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Schießerei im Rathaus in der Region Děčín
© AKTU.cz, Tomáš Čermák, Radan Doubrava Im Rathaus von Chřibská im Bezirk Děčín kam es am Montagvormittag zu einer tragischen Schießerei, bei der eine Frau und der Angreifer selbst ums Leben kamen, mehrere weitere Personen, darunter ein Polizist, wurden verletzt. Der Schütze ist tot und es ist unklar, ob er durch die Polizei getötet wurde oder sich selbst erschoss.
Dramatische Minuten im Rathaus
Kurz vor halb elf vormittags erhielten Polizisten eine Meldung über Schüsse im Rathaus der Stadt Chřibská im Bezirk Děčín; in das kleine vorbergige Dorf wurden daraufhin sofort alle verfügbaren Streifen, die Einsatzkräfte sowie Rettungskräfte einschließlich eines Hubschraubers geschickt. Sirenen waren im ganzen Ort zu hören, die Polizei forderte gleichzeitig über soziale Netzwerke die Bewohner auf, den Einsatzort zu meiden.
Nach bisherigen Informationen betrat ein bewaffneter Mann das Amtsgebäude während des normalen Dienstbetriebs und begann, auf Personen in den Büros und auf dem Flur zu schießen. Ein Teil der Mitarbeiter versteckte sich in den hinteren Räumen des Gebäudes, andere flohen panisch.
Bilanz des Angriffs und des Polizeieinsatzes
Die Polizei bestätigte, dass bei dem Angriff zwei Männer, darunter der Schütze, ums Leben kamen; drei weitere Personen und ein Polizist erlitten Verletzungen unterschiedlicher Schwere. Wie der Täter starb, ist nicht klar.
Die Rettungskräfte teilten mit, die Verletzungen seien schwer, und mehrere Patienten mussten in Krankenhäuser transportiert werden, teilweise per Luftrettung. Im Amtsgebäude und dessen Umgebung sichern Kriminalisten derzeit Spuren und verhören Zeugen, um den Ablauf des Angriffs möglichst genau zu rekonstruieren.
Reaktionen der Behörden und der Einwohner
Zum Ort fuhr Innenminister Lubomír Metnar, der von einem außerordentlich schweren Vorfall spricht und versichert, dass den Einwohnern von Chřibská keine weitere Gefahr drohe. Auf sozialen Netzwerken sprechen auch Vertreter der Polizei und der örtlichen Selbstverwaltung den Hinterbliebenen ihr Beileid aus.
Im Ort herrschen Schock und Trauer, die Menschen versammeln sich spontan am Amtsgebäude und bringen Kerzen und Blumen. Die Polizei hat zugleich eine Krisenhotline eingerichtet, an die sich Zeugen und von der Tragödie Betroffene wenden können, um psychologische Unterstützung zu erhalten.
Unklares Motiv des Schützen
Das Motiv des Täters ist bislang unbekannt, die Kriminalisten arbeiten mit mehreren Versionen, die sie in dieser Phase der Ermittlungen aber nicht konkretisieren wollen. Sie überprüfen seine persönlichen Verhältnisse, mögliche Beziehungen zu einigen Opfern sowie eventuelle frühere Streitigkeiten mit Behörden.
Nach verfügbaren Informationen habe sich der Mann nach dem Angriff vorübergehend im Gebäude verbarrikadiert, anschließend hätten Polizisten ihn beim Einsatz außer Gefecht gesetzt. Nach einer anderen Version habe er sich selbst erschossen. Die Ermittler klären nun, wie er an die Waffe gelangte und ob er die Tat langfristig vorbereitet hatte.